Die Geschichte des Geisenfelder Tennisclubs
– von Horst Fugger und Harry Bruckmeier –

Als im April 1971 eine Unterschriftenliste zur Gründung eines Tennisclubs im Ort kursierte, hätte wohl niemand in Geisenfeld für möglich gehalten, was sich aus diesen bescheidenen Anfängen entwickeln würde. 78 Interessenten trugen sich schließlich in das von Charly Walser in Umlauf gebrachte Papier ein, und am 14. Juli 1971 fand im Café Bauer die Gründungsversammlung statt.

Helmut Amler wurde zum ersten Abteilungsleiter gewählt, und schon im Oktober des Gründungsjahres begann man auf dem Gelände hinter der TV-Turnhalle mit dem Bau der ersten vier Plätze. Groß war der Eifer, fast 3000 Arbeitsstunden wurden geleistet, und so konnte der Spielbetrieb bereits im Juli 1972 aufgenommen werden. Ein Jahr nach ihrer Gründung zählte die TV-Tennisabteilung bereits 136 Mitglieder. Heute beläuft sich die Mitgliederzahl auf rund 560 Freunde des „weißen Sport“, und der Tennisclub kann mit Stolz auf eine an gesellschaftlichen und sportlichen Höhepunkten reiche Geschichte zurückblicken. Acht Freiluft- und zwei Hallenplätze stehen den Tennisbegeisterten zur Verfügung, und seit dem Bau eines Vereinsheimes mit Kegelbahn im Jahre 1979 verfügt man auch über ein eigenes Domizil. Im selben Jahr wurde auch die erste Tennishalle erstellt, nachdem man zuvor mit Provisorien schlechte Erfahrungen gemacht hatte: Schon im Oktober 1972 war die erste Traglufthalle einem Herbststurm zum Opfer gefallen, fast auf den Tag genau zwei Jahre später ging es der zweiten nicht besser.

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1975 löste Willi Lipp Helmut Amler als Abteilungsleiter ab und hatte dieses Amt bis 1985 inne. Die Plätze 5 bis 8 wurden angelegt, da die steigende Mitgliederzahl eine Erweiterung der Tennisanlage dringend erforderlich machte. 1976 wurde das erste Herren-Doppel-Turnier veranstaltet, aus dem dann in den Jahren 1981 bis 1991 das Grand-Prix-Turnier wurde.
Neben „Wimbledon“, „Flushing Medow“, „Roland Garros“ und den Australian Open war auch das Hallertauer Städtchen Geisenfeld für ein Jahrzehnt fester Bestandteil des weltweiten Turnierkalenders. Zwar setzten ein Boris Becker oder Michael Stich niemals einen Fuß auf die Anlage am Ilmgrund, doch das Gästebuch des kleinen Turniers liest sich wie ein „Gothaer“der internationalen Tennis-Szene dieser Zeit: Daviscup-Spieler Hans-Dieter „Fidi“ Beutel, Bernd Karbacher, Davis-Cup-Doppelspezialist Patrick Kühnen oder Fed-Cup-Spielerin Barbara Rittner. Am weitesten nach vorne kam der Israeli Amos Mansdorf, der 1983 schon in der Qualifikation sang- und klanglos scheiterte, einige Jahre später aber unter den „Top 20″der Weltrangliste auftauchte.

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Schon im Jahr nach der Gründung griff der TC Geisenfeld mit einer Herrenmannschaft in den Punktspielbetrieb ein. Max Gandorfer, Herbert Schrott (†), Karl-Heinz Lechner, Walter Schrott, Helmut Fröschl und Peter Geyer (v.l.n.r.) stellten dieses „Team der ersten Stunde“.

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In den folgenden Jahren blieben die Erfolge nicht aus, wovon die zahlreichen Meisterschaftsurkunden im TC-Heim beredtes Zeugnis ablegen. Bald nahm auch eine Damenmannschaft den Spielbetrieb auf, Junioren- und Seniorenteams sollten folgen. Als größter sportlicher Erfolg in der Geschichte des TC Geisenfeld geht die Meisterschaft der Herren 1991 in der Bezirksklasse 3 und der damit verbundene Aufstieg in die Bezirksklasse 2 in die Annalen ein. Als Willi Lipp als Abteilungsleiter zurücktrat, wählten die Mitglieder seinen langjährigen Stellvertreter Alwin Kollmuß zu seinem Nachfolger. Als 1987 die Erweiterung der Tennishalle ins Auge gefasst wurde, übernahmen wiederum Willi Lipp und Sepp Alter als gleichberechtigte Abteilungsleiter die Führung des TC. Wohl nicht zuletzt dem Einsatz dieser beiden hat es der Club zu verdanken, dass die neue Halle in nur 80 Tagen fertiggestellt werden konnte. Höhepunkt der Amtszeit von Abteilungsleiter Horst Fugger (1990 bis 1993) war der Festabend zum 20. Gründungsjubiläum in der TV-Halle. Mehr als 200 Gäste feierten ein fröhliches Fest, das sicherlich zu den gesellschaftlichen Höhepunkten der Vereinsgeschichte gezählt werden darf. Im Februar 1993 übernahmen Ernst Parsch und Manfred Steinbichler die Abteilung. Die dringend erforderliche Sanierung der Außenanlagen war ihre größte Aufgabe. Die Gaststätte wurde um ein Nebenzimmer erweitert. Nach dem Rücktritt Steinbichlers und dem viel zu frühen Tod von Ernst Parsch sprang Klaus Rungweber in die Bresche, der die übernommenen Aufgaben erledigte. Unter seiner Führung wurde auch die Jugendarbeit intensiviert, einige Übungsleiter absolvierten ihre Ausbildung. Heute trainieren mehr als 150 Jugendliche unter dem Dach der TV-Abteilung. Bei den Neuwahlen im Herbst 2002 verzichtete Rungweber auf eine erneute Kandidatur. Die Abteilung führte bis 2012 10 Jahre lang Andreas Schneider, der als eine seiner ersten Amtshandlungen die Sanierung der Tennishalle in Angriff nahm. Aktueller Abteilungsleiter ist Georg Schultz.